Leben

Was wissen wir vom Leben?

Der, der sehr optimistisch ist, wird der Meinung sein, das Leben sei wundervoll, der Pessimist wird das ganze Leben lang nur die negativen Dinge sehen und der Realist? Ist der nicht eigentlich auch einfach nur ein Pessimist?
Fakt ist, dass wir einfach nichts über das Leben wissen.
Wir Leben es, aber wir verstehen weder Ursprung, noch Ende.
Wir wissen, dass das Leben für jeden etwas anderes ist und wir wissen, dass jeder seine eigene Art hat, wie er das Leben sieht und das ist auch gut so.
Meine Art das Leben zu definieren und zu sehen ist wahrscheinlich nicht sehr selten vertreten.
Das Leben ist unglaublich verwirrend. Einfach unglaublich verwirrend und es ist einfach unfassbar, wie selten wir dies wahrnehmen, aber dann und wann kommt der Moment, an dem wir einfach nichts mehr verstehen und ich meine nicht den Zeitpunkt, an dem vor uns die Chemieklausur liegt und wir allein eine Stunde brauchen, um die AUfgabenstellung zu verstehen. Ich meine den Moment, wenn dir bewusst wird, dass du etwas machst, wovon du geglaubt hast, dass du davon absolut weggekommen bist. Der Moment, wenn du dir ganz sicher bist, dass du diese Person nie wieder so mögen wirst. In dem Moment, wo es wirklich so ist, ist die Person gerade vergeben und alle Türen sind verschlossen und dann, wenn du es am wenigstens erwartest, öffnet sich eine Tür und alles, worauf du dich gestützt hast, also deine Unabhängigkeit von diesen Gefühlen, bricht und das mit einem so lauten knall, dass es im Prinzip jeder hören könnte.
Vielleicht ist es ein kurzes freudiges Lachen, welches du selber nicht erwartet hättest oder einfach dieses übertrieben breite Grinsen. Wer besonders gut ist, kann sich zusammenreißen und warten, bis niemand da ist und wird dann Luftsprünge versuchen und spätestens dann wieder auf den Boden kommen, wenn er bei einem dieser Luftsprünge auf den Kopf fällt.
Aber das ist es doch.
Wir können uns nicht auf uns verlassen.
All die Zeit sind wir uns sicher, dass da nicht ist. Alle ist weg, nicht mal der kleinste Rest ist übrig, denn die Tür ist zu.
Es ist wie, als würde in einen Raum Wasser gefüllt werden, alle Türen und Fenster sind verschlossen und sobald eine Tür geöffnet wird, sprudelt alles hinaus, aber waren wir uns so sicher, dass da nichts mehr ist, dass raussprudeln könnte, alles schon getrocknet sei, aber so ist es nicht.
Das Leben, unsere Gefühle und wir selber lassen das nicht zu.
Du sitzt dann einfach da und überlegst, wie du mit der Person am besten in Kontakt treten könntest, wissen, dass da einfach nichts funktionieren würde, dass alles Wunschdenken ist, eine Illusion, nicht für die Realität gemacht und trotzdem versuchst du dich der Person zu nähern.
Das gilt auch alles für traurige Ereignisse, Wunden, die uns zugefügt wurden.
Wir halten sie für verheilt, glauben, dass sie so weit in der Vergangenheit liegen, dass sie uns einfach nicht mehr einholen können, aber falsch gedacht. Jede Wunde kann aufgerissen werden, jede Trauer in die Gegenwart verlagert werden.
Es ist einfach verwirrend.
Wieso kann man sich auf keinen Menschen verlassen und nicht mal auf sich selber?
 
Man muss nicht unbedingt in Depressionen verfallen, das ist auch keine Lösung, aber warum ist das so?

Die ganze Zeit, die ich hierfür verwende, frage ich mich, ob meine Gefühle erwiedert werden können und ich weiß auch, dass sie es können, habe gleichzeitig abera uch Angst davor, dass sie erwiedert werden, dass ich damit nicht umgehen kann und ich weiß ganz genau, dass ich damit nicht umgehen könnte.
Ich bin zu romantisch. Mir würde diese mögliche Liebesgeschichte nicht reichen.
Wahrscheinlich habe ich zu viele Romane gelesen und bin deshalb auch oft so verwirrt.
Nun, das ist überhaupt nicht schlimm...

20.3.16 19:57, kommentieren

Wie in dieser einen Nacht

Letzte Nacht träumte ich von dir.
Wir saßen beim Teich.
Du weißt welchen ich meine.
Wir waren allein.

Dein Blick schweifte über das klare Wasser.
Mein Blick blieb in den Kronen der Bäume hängen.
Du summtest eine Melodie,
ich eine ganz andere, aber sie war dennoch die Gleiche.

Die Füße im kühlen Nass hängend,
versprachst du mir leise bei mir zu bleiben.
Für immer.
Nur ich hörte dies, du nicht.

Leise versprach ich dir das selbe,
sprach die Worte aber nie aus.

Wir saßen lange dort.
Wir legten uns zurück,
den Himmel betrachtend,
die Sterne zählend.

Das Gras schmiegte sich an unsere Körper.
Dein Gras wog sich im Wind,
meines tanzte mit den roten Blättern.
Unsere Finger versanken in der weichen Erde.

Du griffst nach meiner Hand,
ich griff nach deiner Hand,
aber wir erreichten uns nicht, denn
dein Ufer war nicht das meine.

Wir richteten uns auf und
sahen uns, aber wir wussten es nicht.
Du warst der Unbekannte auf der einen Seite,
ich war die Unbekannte auf der anderen Seinte.

Ich wache auf.
Du schläfst noch.
Zusammen schliefen wir,
aber getrennt wie im Traum.

Du bist nicht mehr,
ich bin noch.
Du bist in meinem Herzen,
in deinem kann niemand leben.

Ich gehe zu unserem Teich.
Ich gehe zu deinem Ufer.
Ich sehe dich dort liegen,
wie in dieser einen Nacht.

1 Kommentar 20.3.16 19:11, kommentieren